Indien: Korruptionsbekämpfung mit Null-Rupien-Geldscheinen
Eine indische Initiative hat einen ganz besonderen Weg entwickelt, die überbordende Korruption im Land zu bekämpfen. Sie druckt und verteilt Null-Rupien-Geldscheine. Statt des obligaten Schmiergelds sollen Bürger bei Amtswegen den Beamten einfach diese in die Hand drücken und damit gegen die Korruption protestieren. Über eine Million dieser Scheine wurden schon ausgegeben - und die Aktion feiert offenbar erstaunliche Erfolge.
Korruption gilt in Indien als eines der größten Probleme. Praktisch bei jedem Amtsweg gibt es jemanden, der die Hand aufhält - und ohne Bestechung geht gar nichts.
Die Initiative 5th Pillar hat eine Strategie entwickelt, wie jeder Bürger gegen die Schmiergeldpraxis ankämpfen kann: Sie druckt und verteilt Null-Rupien-Scheine. Statt richtigen Geldes erhalten korrupte Beamten nun immer öfter eine Protest-Note, die aussieht wie ein 50-Rupien-Schein - mir Gandhi-Porträt, aber einem Nuller statt 50.
Von Physiker erfunden
Eine Million solcher Noten seien seit 2004 ausgegeben worden, sagt Vijay Anand, Präsident von 5th Pillar. Dabei stamme die Idee von dem in den USA arbeitenden Physikprofessor Satindar Bhagat.
Bei Reisen in seine Heimat Indien habe er sich so über die Korruption geärgert, dass er die Null-Rupien-Scheine gedruckt und jedes Mal hergegeben habe, wenn er Schmiergeld zu zahlen hatte, so Anand.
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