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Soziale Bewegungen in den USA

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Die Proteste von Seattle, mit denen die globalisierungskritische Bewegung Ende 1999 das Gipfeltreffen der Welthandelsorganisation (WTO) sprengte, stehen wie kaum etwas anderes in der jüngeren Geschichte der USA für das Wiedererstarken außerparlamentarischer Politik. Nach zwei langen Jahrzehnten der Entpolitisierung flammen heute wieder viele lokale Proteste auf. Das Spektrum reicht von Kampagnen gegen Rassismus, Polizeigewalt und neofaschistische Organisationen über neue Stadtteilinitiativen und Umweltbewegungen, gewerkschaftliche „living wage“-Kampagnen für die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns, studentische Antimilitarismusgruppen, bis zu alternativen Mediennetzwerken und Kampagnen gegen Sweatshops und transnationale Konzerne. Die meisten dieser Initiativen sind allerdings (noch) weit davon entfernt, eine politische Wirkung zu entfalten, die über die lokale Ebene hinausgeht.

Wenn wir nach kontinuierlichen und überregionalen Massenmobilisierungen mit Einfluss auf die nationale Politik fragen, dann lassen sich zur Zeit wohl nur zwei große soziale Bewegungen mit einer linken Perspektive identifizieren: Die Antikriegsbewegung und die Migrantenbewegung. Doch keine der beiden hat eine klare kapitalismuskritische Perspektive. Wie in vielen anderen Ländern, ist die Arbeiterbewegung auch in den USA heute stark fragmentiert. Die Fronten verlaufen schon lange nicht mehr entlang des Widerspruchs zwischen Arbeit und Kapital.

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Eingetragen von David vor 2 Jahre 15 Wochen
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