Kirche - Austreten ist ein Heraustreten
Vor dem Hintergrund der, wieder einmal, aktuell breiten Berichterstattung über Kirchenaustritte wird erlaubt, sich dem Luxus hinzugeben, über etwas Nebensächliches vier oder fünf Sätze zu schreiben, eine Zurechtrückung vorzunehmen.
Wer aus der katholischen Kirche heraustritt, tritt willentlich aus, entscheidet sich somit selbstbestimmt gegen den Verbleib in einer Organisation, der kein Bürger und keine Bürgerin eines demokratischen Rechtsstaates angehören darf, da es sich bei dieser Organisation um eine von einem Grätzel in Rom aus absolutistisch und also total undemokratisch regierte Organisation handelt, die somit jedwede demokratisch verfaßte Gesellschaft durch eine Parallelgesellschaft gefährdet, allein bereits durch die ihre unentwegte massive Propaganda autoritärer Strukturen, die, im harmlosesten Fall, eine Weiterentwicklung der demokratischen Gesellschaft behindert.
Wer die Grätzelmauern des Vatikans durch Aufkündigung der Mitgliedschaft hinter sich läßt, handelt nicht gegen das Gewissen, das für dieses Herausteten auch gar nicht zu prüfen ist, sondern korrigiert lediglich die anmaßende Entscheidung der Eltern, ihre gerade einmal ein paar Tage alten Kinder zu Mitgliedern einer Parallelgesellschaft zu machen, ihre Kinder somit weltanschaulich als Kälber zu brandmarken, worunter viele, wie gewußt wird, lebenslänglich leiden, es nicht wagen, dieser Organisation je ihre Mitgliedschaft zu kündigen, und auch deren Kinder wieder dazu zwingen, die wiederum ihre Kinder …
Die römisch-katholische Kirche hat soher keine Mitglieder, sie hat nur Eltern, die ihre Verantwortung, die sie ihren Kindern gegenüber haben, autoritär mißbrauchen, indem sie ihre Kinder durch ihre ihnen aufgezwungene Mitgliedschaft in ein Stahlkorsett zwängen, das ihnen, vielen ein Leben lang, weltanschaulich die Luft zum freien Atmen nimmt.
Und noch eine Zurechtrückung.
Die römisch-katholische Kirche ist an den willentlichen und selbstbestimmten Eintritten, nicht an den Austritten, also an den Korrekturen elterlicher Entscheidungen zu messen. Am Lande, wird oft gehört, seien die Menschen noch sehr bereit, dieser Organisation anzugehören. Aber auch am Lande entscheidet sich kaum wer willentlich und selbstbestimmt, Mitglied dieser Organisation werden zu wollen. Als Beispiel dafür die Eintrittszahlen aus Oberösterreich, von den Oberösterreichischen Nachrichten am 8. Jänner 2011 veröffentlicht: 807 neue Mitglieder im Jahr 2009, 892 neue Mitglieder im Jahr 2008 und 753 neue Mitglieder im Jahr 2007. Im Vergleich: 6497 kündigten 2008 ihre Mitgliedschaft in Oberösterreich und im Jahr 2009 kündigten 9338 ihre Mitgliedschaft.
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