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Kommunikations-Revolution: Twitter als Elitenmedium?

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Nein, Twitter hat im Allgemeinen nicht den besten Ruf: Irgendwo zwischen Küchengeschwätz und sinnlosem Gelabbere über die letzten Saufgelage vermutet der gern zitierte „Durchschnittsbürger“ das Gezwitschere im Web 2.0. Doch weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich ein Wandel vollzogen. Ja, es gibt nach wie vor die recht belanglosen Twitter-Kanäle, die gefaketen Twitterchannels wie jenen von Barack Obama. Doch die Bedeutung von Twitter hat sich längst verschoben. Und es kommt dabei nur auf die richtige Selektion an.

Abonniert man die richtigen Twitterkanäle, so ist man mittlerweile schneller informiert als über die raschesten Eilt-Meldungen der APA. Liest man die richtigen Twitter-Channels bekommt man einen kleinen Vorgeschmack davon, wie Politik, wie das Zusammenspiel zwischen Politikern und Journalisten wirklich funktioniert.

Armin Wolf ließ Twitter-User Fragen für seine ZiB2-Interviews formulieren oder diskutierte die Kritik über ein objektivitätswidrig geschnittenes Interview. Der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder musste eine angebliche Intervention beim ORF, die er getwittert hatte, verteidigen. Kanzlersprecher Leo Szemeliker trägt Debatten neuerdings via Twitter mit seinem Konterpart auf ÖVP-Seite, Daniel Kapp, aus. Und mit Journalisten wie Hanno Settele und Thomas Mohr wird dann schon einmal ganz offen über Medienpolitik, Inserate und Tendenzen in der medialen Berichterstattung diskutiert. Und zwischendurch erfährt der erstaunte Twitter-Leser schon mal vom Kanzlersprecher via Twitter ganz offiziell, wer neuer EU-Ratspräsident wird – noch ehe die entsprechende Vorrang-Meldung via APA draußen ist.

Nein, die Kommunikation zwischen politischen Kontrahenten und Mitbewerben, zwischen Politikern und Journalisten, mag sich von der Tonalität und dem Inhalt her nicht geändert haben. Die Transparenz der Kommunikation durch Twitter unter (zumindest theoretischer) Beteiligung jeden Bürgers, der dabei mitmachen will, wird noch für eine wahre Revolution von Kommunikations- und Publikationsgewohnheiten sorgen. Und Politik und Medien müssen den Umgang damit noch lernen und perfektionieren.

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