15

Kleines Österreichisches Alphabet, Stand 2010

http://www.raketa.at

A:
Armin Assinger: verkörpert derzeit den idealen österreichischen Bildungsbürger. Hat es vom Kärntner zum Polizisten und vom Polizisten bis zum Fernsehansager gebracht und weiß jede Frage in der Millionenshow. Hatte außerdem das Glück, dass sein Bruder Roland im Skifahren (Eingeborenenhobby in Österreich) noch grottenschlechter war als er selbst.

B:
BZÖ: Kleinstpartei in Österreich, wird in Kürze in den Katalog der bedrohten Tierarten (Intelligenzklasse Afrikanische Wasserschweine) aufgenommen werden und kehrte teilweise wieder in den Schoss der Faschistischen Partei Österreichs zurück, welcher sie vom VW (=Vodka Warmbad)-Jörgl selig entrissen wurde.

C:
Christl Stürmer: Gewann nie Starmania (was eigentlich für sie sprechen würde), hat aber mitgemacht (was für das Leben zeichnet). War früher Buchhändleraushilfe und singt auch so. Geht in Österreich als Nena-Verschnitt für 10-12jährige durch, in Deutschland als 2Raumwohnungsersatz für Hartz4-Empfänger.

D:
Der Standard: Zentrales Organ der BoBo-Bewegung, die Krone für Leute mit Abitur oder zumindest Besitzer eines Duden Nr.5. Ist relativ die beste Zeitung Österreichs, obwohl jeder Redakteur vertraglich verpflichtet ist, sich täglich einmal am Yppenplatz sehen zu lassen. Ein Plus: Kein Doris-Knecht-Gezetter in dieser Gazette.

E:
EU: böser Beamtenmoloch in Brüssel, dem Österreich versehentlich beigetreten ist. Saugt uns das ganze Geld ab und hat den Schilling umgebracht. Bringt das verschlagene Gesindel aus den Kronländern und auch andere Kriminelle nach Österreich. Kein heimattreuer Stammtisch ist für die EU, aber immer dagegen, wenn es um die Neuaufnahme von Mitgliedern geht.

F:
Fremdenverkehr: Ausländer mit Geld, welche auch wieder unser Land verlassen, heißen Touristen. Diese zahlen viel, um unsere unverfälschte Natur zu genießen oder so. Werden eingeteilt in dumme Deutsche, saufende Nordländer, fette Amis, Schlitzaugen, schwule Schweizer, kinderfickende Belgier und kiffende Holländer. Am liebsten derzeit gesehen: die reichen Russen: kommen zwar auch aus dem bösen Osten, sind aber nur dort kriminell, bei uns erholen sie sich zum Beispiel von der letzten Bilanzfälschung oder Firmenenteignung etc. und geben viel Geld aus.

G:
Giebelkreuz: Das wichtigste Kreuz in Österreich, hat teilweise sogar das Hakenkreuz abgelöst. Steht auf den Kirchen der ÖVP (= katholisch-rechtskonservative Partei), den sogenannten Raiffeisenbanken. Deren Geldspeicher heißen bezeichnenderweise “Lagerhaus” und der Vorsitzende der Raika-Sekte wird angeblich vom Papst ernannt.
H:
Hitler: war ein Deutscher, welcher versehentlich in Österreich geboren wurde. Hätte locker den zweiten Weltkrieg gewonnen, wenn nicht die jüdischen Generäle auf der Gegenseite etwas dagegen gehabt hätten.

I:
Integration: ist sehr wichtig in Österreich, leider wird sie besonders von den Ausländern nicht befolgt. Diese wollen sich nicht oder selbst integrieren, das wäre ja noch schöner.

J:
Juden: sind in Österreich kein Thema mehr. Jeder hat einen gekannt, der einen gekannt hat und man sieht ja in Israel, wie die sich immer noch aufführen. Und wer ist der größte Immobilienhai in Österreich?

K:
Kronenzeitung: von einem vergreisten Dummmenschen herausgegebenes Boulevardblatt in der Tradition eines “Vaterländischen Beobachter”. Wird so oft gekauft, weil es vom Format her so gut neben die Frühstücksfleischkäsesemmel passt. Hilft auch gerne der Justiz bei der Findung gesunder Volksempfindungsurteile mit.

L:
Landeshauptmann: Vorsteher eines Bundeslandes. Aufgaben: Autobahnen eröffnen und Geld ausgeben, in Kärnten auch lustige Naziwitze öffentlich erzählen und entmündigt werden.

M:
Musikantenstadl: monatliches Neujahrskonzert für heimattreue Alkoholkranke. Spannende Sendung, weil man nie weiß, ob der Moderator Andy Borg aufgrund seiner Fettleibigkeit live explodieren wird oder nicht.

N:
Neger: österreichischer Ausdruck für Afrikaner oder Afro-Amerikaner. Es gibt Negerbrot (= Schokolade mit Erdnüssen) und Negerküsse (= Mohrenköpfe) und Mohrenbräubier. Auch Julius Meinl (= reicher Popper, nicht neger) führt den Neger in seinem Wappen.

O:
ORF: staatliches, kostenpflichtiges Rundfunksenderkonglomerat. Wer nicht zahlt, ist ein strafbarer Schwarzhörer, wer zahlt, ist ein Trottel. Auffangbecken für drogensüchtige Ex-Skisportler.

P:
Polizei: in Österreich sind Polizeiautos gleich bemalt wie Red Bull-Autos. Der Unterschied: im einen sitzen meist zwei Flaschen, das andere hat eine Dose auf dem Dach.

Qu:
Qualtinger: Gott und zufälliger Glücksfall des österreichischen Kabaretts ohne jeden Nachfolger. Oder finden Sie die ORF-Protegès Dorfer, Paal, Hader, Niavarani oder gar Resetarits besser als bunt lackierte Fürze?

R:
Rechtsruck: irritierende Bezeichnung für das langsame Abgleiten einer Nation in den Faschismus. In Österreich besondern in Wien und Kärnten zu beobachten, am besten rechts rucken können FPÖ-Wähler und ÖVP-Innenministerinnen.

S:
Staatsbürgerschaft: die österreichische zu besitzen, heißt noch lange nicht, dass man Österreicher ist. Im Originaltext: “Ja, einen österreichischen Pass hast du vielleicht, du Türkensau, aber Österreicher wirst du nie werden!”

T:
Toilette: dorthin begibt sich der völlig überflüssige Bundespräsident Dr. Heinz Fischer immer dann, wenn er sich von einer Entscheidung drücken will oder jemand englisch spricht, da er als braver Österreicher und Vorbild nur deutsch kann.

U:
Untersuchungsausschuss: Form der parlamentarischen Beschäftigungstherapie für Peter Pilz. Sobald dieser aber um zu viele Überstunden ansucht, um Skandale gründlich aufzudecken, wird der Untersuchungsausschuss von den Regierungsparteien abgewürgt. Wer zahlt, schafft an.

V:
Verpartnerung: preisverdächtiges Beamtendeutsch für die eheähnliche Partnerschaft von Schwulen oder Lesben. Wird selbstverständlich von katholisch-nationalsozialistischen Kreisen heftig abgelehnt, da Priester ja ohnehin nicht heiraten dürfen.

W:
Wirtschaftskrise: wurde in Österreich ausgerufen, weil die anderen Länder das auch taten und um den Unternehmen zu helfen, überflüssige Arbeitnehmer los zu werden und um den Banken zu helfen, verzocktes Geld günstig vom Staat wieder zu erlangen. Lustig ist etwa, dass der Autogroßzulieferer Magna teilweise Kurzarbeit ausrief, gleichzeitig aber Opel übernehmen wollte. Die Wirtschaftskrise ist dann zu Ende, wenn ihr Ende verkündet wird (ähnlich der Schweinegrippe).

X:
X: lässt sich der Österreicher gerne für ein U vormachen, besonders, wenn ihn etwas nicht interessiert (das heißt, er sich nicht auskennt).

Y:
Yppenplatz: inzwischen vom Mainstream in Beschlag genommener Markt in Ottakring. Dort muss man sich einfach blicken lassen, am Besten mit schwarzen Edelklamotten und Designerbrille. Es ist einfach schick, alternativ reich zu sein. Wann gibt es endlich den ersten Porsche mit Elektromotor?

Z:
Zivilcourage: moderner Ausdruck für Notwehrüberschreitung, hat man in Österreich besonders gegen Ausländer. Von denen lässt man sich nichts gefallen, die Kronenzeitung sammelt die Berichte der Heldentaten etwa von auf Diebe schießenden Trafikanten oder Juwelieren und setzt sie dann gebührend in Szene.

© Dieter Toth 2010

 Zur Quelle »

Top User nach Karma

  1. Bild von gutu
    gutu
  2. Bild von Bossanova
    Bossanova
  3. Bild von lili
    lili
  4. Bild von Klaro
    Klaro
  5. Docster
  6. Bild von katzundmaus
    katzundmaus
  7. google
  8. Bild von propatria
    propatria
  9. Bild von online-cineast
    online-cineast
  10. fanni

Suchen

Wer ist online

Zur Zeit sind 2 User und 352 LeserInnen online.