Harte Sanktionen gegen Pehlivan
Harte Sanktionen gegen Pehlivan
Rapid Wien lässt Yasin Pehlivan für seine Schlägerei büßen: Abmahnung, Prämienentzug und Sozialarbeit.
Die alljährliche Begrüßung in der Rapid-Kabine nach dem Winterurlaub dauerte ungewöhnlich lange. Trainer Peter Pacult und Sportdirektor Alfred Hörtnagl hatten vor der Abreise in das Lauftrainingslager nach Lutzmannsburg einiges zu sagen. Der Grund dafür saß kleinlaut im Winkerl: Yasin Pehlivan.
"Pehlivan hat mit dieser Aktion sich selbst und dem ganzen Verein geschadet. Das wurde ihm vor der Mannschaft klargemacht", sagt Hörtnagl zur Schlägerei des Teamspielers um drei Uhr früh in der Nacht zum 19. Dezember vor dem Innenstadt-Lokal "Gnadenlos".
Diese "Aktion" hatte Pehlivan bereits um sieben Uhr früh zu Rapid-Arzt Benno Zifko geführt. Die Hoffnung des 22-Jährigen, dass der Gips an beiden Händen durch Stützverbände ersetzt werde, erfüllte sich nicht. Denn die erlittenen Verletzungen sind noch schlimmer als angenommen.
Verletzungen doch schlimmer
"An beiden Händen ist der erste Mittelhandknochen gebrochen. Die Unterarme einschließlich der Daumen mussten wieder eingegipst werden", erklärt Zifko. Zumindest laufen darf Pehlivan. Während der Gips an der linken Hand am 20. Jänner abgenommen wird, bleibt jener rechts sogar bis zum 31. Jänner.
Damit steht fest, dass der Mittelfeldspieler auch während des zweiten Trainingslagers in der Türkei (20.-29. Jänner) gehandicapt sein wird. Eine Rückkehr in die Stammelf zum Frühjahrsauftakt am 12. Februar ist somit undenkbar.
Harte Konsequenzen
Die Schlägerei, die laut Pehlivan durch Pöbeleien gegen seine Freundin ausgelöst wurde, hat weitere Konsequenzen. Der Wiener wurde schriftlich abgemahnt, im Wiederholungsfall droht die Kündigung. Zwei gebrochene Hände sind dafür übrigens nicht nötig. "Außerdem werden als finanzielle Sanktion künftige Prämien einbehalten", sagt Hörtnagl. Gesamt wird Pehlivan, dem ein Interviewverbot auferlegt wurde, ein fünfstelliger Betrag entgehen.
"Damit wird er auf den Boden geholt. Wir wollen aber auch ein Zeichen setzen, das er in der Birne spürt", kündigt Hörtnagl an: Pehlivan soll im Frühjahr Sozialarbeit leisten.
Bis dahin sind ihm die Witzeleien der Kollegen sicher. Den Gruß "Hand- und Beinbruch" wird Pehlivan bestimmt noch öfter hören.
Konkurrenzkampf
Ausgerechnet der von einem Handbruch genesene Thomas Hinum könnte den vakanten Platz im zentralen Mittelfeld übernehmen. Konkurrenz kommt von Innsbruck-Heimkehrer Boris Prokopic: "Ich habe bei Wacker einen großen Sprung gemacht. Davor wurde ich bei Rapid oft von Verletzungen gebremst."
Rechts hinten will sich Neuzugang Michael Schimpelsberger, der gestern die medizinischen Test absolvierte, in die Mannschaft spielen. Auf ein Comeback hofft Steffen Hofmann: "Ich werde vorsichtig beginnen. Momentan spüre ich das Schambein nicht." Auch Christopher Trimmel ist wegen einer Schambeinentzündung fraglich.
Weitere Zugänge sind - sofern Veli Kavlak noch bis Sommer bleibt - nicht eingeplant. Hörtnagl: "Mit Prokopic und Schimpelsberger steht der Kader. Der Kampf ums Leiberl wird härter als je zuvor."
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