Österreich: Ein Sittenbild der Republik ZEIT ONLINE
Dubiose Geschäfte, Geldverschwendung, Missachtung des Rechtsstaats – das System Haider wurde von der politischen Klasse hofiert
Die Methode ist seit Langem bekannt: Das System Haider bestand aus einer Mischung von schlechtem Entertainment, inhaltlicher Beliebigkeit, trotzigem Postnazismus und schamlos frechem Umgang mit Geld. Wer hinsah, wusste schon vor Jahren, dass mit Jörg Haider »kein Staat zu machen« war, wie Erhard Busek meinte. Wer jetzt noch von den neuen Enthüllungen über Millionenkonten überrascht ist, sollte sich fragen, warum die Ausflüge des tödlich verunglückten Politik-Desperados zu Diktatoren zu keinen Konsequenzen führten. Warum die provokante Geldverschwendung, die zum Markenzeichen dieses Systems wurde, nicht verstärkt kritische Fragen nach sich zog. Warum die fortgesetzte Verachtung des Rechtsstaates (Stichwort: Ortstafel verschieben) nicht dazu führte, dass die »staatstragenden Parteien« diesem Mann die Rolle eines politischen Paria zuwiesen.
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