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Michael Ritsch (SPÖ) ermahnt Sausgruber: Kühnen-Gruß auf FPÖ-Veranstaltung

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"Rassismus, Antisemitismus sowie immer wieder Berührungen mit neonazistischen Symbolen oder Aktionen werfen ein bedenkliches Licht auf die FPÖ. Wir wollen mit dieser Partei nichts zu tun haben. Im Gegensatz zur Vorarlberger ÖVP, die es immer noch schick findet, mit der FPÖ in einer Koalition zu sitzen", so SPÖ-Clubobmann LAbg. Michael Ritsch zu den jüngsten Vorfällen bei der FPÖ.

Ritsch fehlt in diesem Zusammenhang noch immer eine Klarstellung des Landeshauptmannes, was er mit dieser FPÖ zu tun gedenke. Ob er mit einer Partei weiterarbeiten will, der es um nichts anderes geht, als aufzuhetzen anstatt Probleme zu lösen.

Keine Klarstellung von Herbert Sausgruber. Herbert Sausgruber wäre gut beraten, wenn er dies klarstellen würde. "Ich habe diesen FPÖ-Stil endgültig satt und will nicht mehr sehen, dass die FPÖ auch das Land Vorarlberg vertritt. Landeshauptmann Sausgruber soll entsprechend handeln und der FPÖ den Stuhl vor die Tür stellen", fordert Michael Ritsch.

ÖVP von Neonazismus bereits erfasst? Dabei hat der Rassismus und Antisemitismus, der Neonazismus bereits weit in die ÖVP hinein abgefärbt und gewirkt. Zur Erinnerung:

Im Frühjahr 2007 tauchten Jugendbilder von FPÖ-Obmann Strache auf, die den Schluss nahe legten, er sei mit dem "Kühnen-Gruß" abgelichtet. Die darauf folgende peinliche Debatte und FPÖ-Verteidigungsstrategie ist noch in Erinnerung: Strache habe damals bloß drei Bier bestellt...vom Anstreifen an den rechtsextremen Rand in unserer Gesellschaft könne keine Rede sein!

Das Foto, das auf der Homepage der jungen ÖVP zu sehen ist und das auf der Jahreshauptversammlung geschossen wurde, lässt allerdings an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Drei Jung-ÖVPler halten gut gelaunt drei gespreizte Finger in die Kamera: Sollten sie Bier bestellen - dann müsste der Landeshauptmann und ÖVP-Obmann über das Alkoholproblem bei seinem Nachwuchs nachdenken. Allerdings liegt ein viel schlimmerer Verdacht nahe: Seine Nachwuchsorganisation findet den "Kühnen-Gruß" lustig, originell - was auch immer. Provozieren diese Jungpolitiker bewusst, dann drücken sie damit eine rechtsextremes Grundhaltung aus. Wollen sie "nur lustig" sein, dann ist es eine politische Bankrotterklärung, die nach historischer Nachschulung verlangt.

Als Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft zeigte sich Professor Werner Bundschuh damals über dieses Foto zutiefst schockiert: "Wir sind die Jugend" - steht über diesem Jung-ÖVP-Foto. Wenn das wirklich "die Jugend" wäre, müssten wir Angst vor der Zukunft haben...

Kühnen-Gruß: Der sogenannte "Kühnen-Gruß" ist eine Abwandlung des verbotenen Hitlergrußes. Michael Kühnen war in den Siebziger-/Achtzigerjahren in der BRD der Kopf der neonazistischen "Wehrsportgruppe Hoffmann" oder der "Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten" (ANS/NA) und der "Freien Kameradschaften", die sich an NS-Formationen wie der SA orientierten. 1983 wurden sie verboten. Der ursprüngliche "Widerstandsgruß"! (!) wurde 1992 in "Kühnen-Gruß" umbenannt. Da er dem Hitlergruß zum Verwechseln ähnlich ist, ist er in Deutschland verboten, in Österreich und der Schweiz allerdings nicht. Rechtsradikale in ganz Europa verwenden diesen Gruß.

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