Jungwähler: Nehmt ihnen doch gleich das Wahlrecht!
Das Gejammer und Philosophieren über die rechte Jugend ist ärgerlich und sinnlos zugleich. Warum fragen wir nicht lieber, was die Parteien für die Jungen denn so unternehmen und ihnen bieten?
Sie werden abgebildet wie exotische Tiere. Da wird etwa „Franz, 20“, fotografiert, wie er eine Fahne schwenkt und lächelnd erklärt: „Ich engagiere mich in der FPÖ, um die Heimat zu verteidigen.“ Und „Martina, 18“, mit dem Playboy-Häschen auf dem Kapuzensweater, gibt ihre Stimme der FPÖ, laut „News“ mit der Begründung: „Will mich nicht fürchten und angepöbelt werden.“ Illustrierte, Magazine und die darauf reflektierende Öffentlichkeit stellen sich angst- bis lustvoll die Frage: Warum wählen so viele junge Wähler die FPÖ? Warum gefällt ihnen der heisere Populismus aus dem Solarium-Perlweiß-Mund so gut? Warum denken sie so extrem und rechts?
Denn es handelt sich längst nicht mehr um exotische Erscheinungen, sondern um politische Machtfaktoren. Je nach Wahl und Umfrage – eine besonders schaurige, also blau gefärbte, soll von den früher als Großparteien bekannten SPÖ und ÖVP sogar unter Verschluss gehalten worden sein – ist Heinz-Christian Strache bei Erst- und Jungwählern voran oder auf Platz zwei, aber immer sehr stark.
Das und die jüngsten provokanten bis kriminellen Aktionen in Ebensee und anderswo stürzen Leitartikler und andere Mahner in Ratlosigkeit, dabei ist die Sache ausnahmsweise so schwierig nicht. Junge wählen oder denken nicht rechtspopulistischer oder rechtsextremer als der Rest der Bevölkerung. Das ist besorgniserregend genug, aber kein Alarmzeichen für die Demokratie, sondern für die anderen Parteien, die den Kontakt verloren haben.
Nein, den stellt man nicht mit ein paar netten Funktionären wieder her, die auf Friends-Jagd auf Facebook gehen oder über ihren Alltag twittern, auch nicht mit Club- und Beachvolleyball-Auftritten, sondern mit den richtigen Köpfen und Inhalten. Selbst junge Gesichter gehören zu altgedienten Politikern: Laura Rudas ist für einen heute 20-jährigen mittelmäßig an Politik Interessierten schon länger in der politischen Wahrnehmung als Werner Faymann, der vor ein paar Jahren aus Wiens Rathaus auftauchte. In der Volkspartei war eine gewisse Silvia Fuhrmann die logische Nachfolgerin von Othmar Karas als Chefin der Jungen VP, nun hat dort Sebastian Kurz das Ruder übernommen. Dass er in Wien nun Vize von Landesparteichef Johannes Hahn wird, lässt befürchten, dass es ihm wie Rudas vor allem um die klassische Karriere geht. Denn die omnipräsente Nachwuchshoffnung Rudas ist keine mehr, sondern reibt sich mit internen Rangeleien und Sitzungen als Bundesgeschäftsführerin auf.
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bin voll dafür! dass die
1337 vor 3 Jahre 5 Tagen 23 Stunden 8 Minuten
bin voll dafür! dass die 16-jährigen wählen dürfen war ein riesenfehler