Die desaströse Medienlandschaft Österreichs
Die Wahlanalyse in der ORF Sendung im Zentrum zeigte die desaströse Beschaffenheit der österreichischen Medienlandschaft. Dabei ist auch die Zusammensetzung der Diskutanten durch den ORF augenscheinlich. Neben Moderator Peter Pelinka diskutierten und analysierten Politiologe Ferdinand Karlhofer, Meinungsforscherin Eva Zeglovits (SORA-Institut), Herbert Lackner (profil), Hubert Patterer (Kleine Zeitung), Wolfgang Fellner (Österreich) und Eva Dichand (Heute). Drei, der vier Medienvertreter gehören dem Verlagsriesen Mediaprint. Warum kein Vertreter sogenannter Qualitätstageszeitungen anwesend war, bleibt wohl ein Geheimnis des ORF.
So kommt es dann, dass Österreich Herausgeber Fellner die Entscheidung der Grünen, mit Alexander Van der Bellen als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf zu gehen, als Fehler bezeichnet und die Behauptung aufstellt, dass die Grünen mit einer Spitzenkandidatin Eva Glawischnig deutlich mehr junge Wähler ansprechen hätte können. Denn "welcher junge Wähler wählt denn schon einen grantigen Opa", so Fellner.
Dabei vergisst der Chef der quasi Gratiszeitung, dass die Grünen im Bereich der unter Dreißigjährigen in Relation zu ihren Gesamtergebnis nach wie vor sehr stark vertreten waren, auch wenn doch schwächer als noch 2006. Auch genießt Van der Bellen sehr hohe Sympathiewerte, sogar in Wählerschichten anderer Parteien. Zuletzt ist nicht zu vergessen, dass der Spitzenkandidat als Wahlmotiv bei den Grünen marginal ist.
Das Ergebnis wäre mit Eva Glawischnig als Frontfrau nicht schlechter ausgefallen, aber sicher auch nicht besser.
Neben Fellner, saß die stets gereizte und verunsicherte Eva Dichand, die den Eindruck erweckte, als ob sie sich selbst im Wahlkampf befand und stolz darauf hinwies, dass "Heute" den größten Leseranteil an FPÖ-Wählern besitze.
Dichand brachte als Erste das Thema "Kronenzeitung im SPÖ-Wahlkampf" aufs Tableau, indem sie der ÖVP den Fehler vorwarf, sich "mit der auflagenstärksten Zeitung Österreichs" anzulegen, anstatt auf Inhalte zu setzen.
Lächerlich waren die Bemühungen Eva Dichands ihren eigentlich stärksten Konkurrenten, die Kronenzeitung, in der darauffolgenden Debatte, zu verteidigen. "So wie man in den Wald hineinruft, so kommt es eben zurück" argumentierte sie die Pro-Faymann Kampagne der Krone.
Zu den Grünen meinte sie, dass diese ohne Inhalte aufgetreten sind. Auf den Einwand Fellners, dass die Grünen sehr wohl auch sehr guten Inahlte präsentierten, diese jedoch nicht richtig vermarktet haben, konterte die Schwiegertochter des Krone Herausgebers und Ehefrau des Krone Chefredakteurs mit einem kurzen "Aber bitteschön doch keine für die Jungen".
Herbert Lackner fand für die Berichterstattung der Krone den Vergleich eines Propaganda Schreibens des Nordkoreanischen Regimes, wenn man nur den Namen Fayman durch Kim Jong IL ersetze.
Darüber, dass eine große Koalition das geringste Übel darstellte, herrschte Einigkeit, mit einer Ausnahme - Hubert Patterer. Dieser bezeichnete eine Neuauflage der Großen Koalition als so ziemlich dass schlimmste im Demokratiepolitischen Sinne, da die SPÖ/ÖVP-Regierung eindeutig abgewählt wurde. Der Interpretation, dass sich Patterer somit für schwarz/blau/orange als einzige Alternative aussprach, widersprach er nicht.
Politologe Karlhofer erläuterte gegen Ende, wie seiner Ansicht nach eine Neuauflage der Großen Koalition gut funktionieren könne, indem die Aufteilung der Ressorts diesmal gerecht und das Auftreten der Koalition partnerschaftlich wäre.
Na denn...
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armin thurnher hätte der
eqaya vor 3 Jahre 34 Wochen 5 Tagen 14 Stunden
armin thurnher hätte der diskussion auf jeden fall mehr als gut getan.
eva dichand ist die sarah palin des journalismus.
:-)
Dr.Gonzo vor 3 Jahre 34 Wochen 3 Tagen 17 Stunden
:-)
Die österreichischen
Diwan vor 3 Jahre 34 Wochen 5 Tagen 20 Stunden
Die österreichischen Zeitungsmacher und Journalisten fand ich immer schlecht. Sie biedern sich an, sitzen mit den Mächtigen in einem Boot und sind dementsprechend angepasst und langweilig. Würde sich einer im Kopferl rühren, verdient er ein Monat später statt 4.000 bei Standard/Presse etc. nur noch 1.400 beim Falter, wer mag das schon riskieren.
Wird es zB vor dem Jahr 2020 in einer österreichischen Tageszeitung eine Artikelserie zum Thema "Die Macht der Raiffeisenbank" geben?
Glaube ich nicht, entweder ist Raiffeisen nämlich Besitzer oder größter Anzeigenkunde.