Karl Heinz Grassers seltsames Netzwerk
Geschenkte Designer-Anzüge, gesponserte Ausflüge zur Formel I nach Monaco, millionenteure Selbstvermarktung auf Staatskosten, ein sündteurer Dienstwagen jenseits der bis dahin gültigen Limits, Yacht-Ausflüge mit den Meinls - der glamouröse Karl-Heinz Grasser hat schon in seiner Ministerzeit reichlich für Schlagzeilen gesorgt. Längst sind damit nicht alle Facetten und Vorlieben des umstrittenen Ex-Politikers aufgezählt, der schließlich durch die Heirat mit Fiona Swarovski alle Erwartungen übererfüllt hat.
"System Grasser"
Jetzt steht Grasser, der in seiner Amtszeit gern eine silberne Anstecknadel mit den Initialen seines Namens (KHG) am Revers trug, wieder im Scheinwerferlicht. Die Affäre um die Privatisierung der Buwog wirft grelles Licht auf das "System Grasser", wie Kritiker den Arbeits- und Lebensstil des Sohnes eines Kärntner Autohändlers nennen. Zwei seiner früher sehr vielen Freunde haben beim Verkauf von Bundeswohnungen (Buwog) durch Grassers Finanzministerium für unerklärliche Dienste 9,6 Millionen kassiert. Dann haben sie auch noch vergessen, den Millionen-Happen auch zu versteuern. Der Verdacht der "Freunderlwirtschaft" macht wieder die Runde. Sogar über möglichen Amtsmissbrauch des früheren Polit-Stars der Regierung Schüssel wird spekuliert.
Wieso wussten Walter Meischberger und Peter Hochegger soviel Geld aus der Buwog-Privatisierung zu schlagen? Meischberger ist Grassers Trauzeuge, gelegentlicher Golfpartner und jahrelanger Büro-Partner, der gern mit KHG beim Nobel-Italiener Francesco in Grinzing speist. Hatte Grasser gar einen für den Zuschlag der Bundeswohnungen an die Immofinanz entscheidenden Tipp gegeben, den dann Meischberger/Hochegger den Käufern ins Ohr flüsterten? Für alle Genannten, hinter denen der Staatsanwalt her ist, gilt die Unschuldsvermutung.
Grasser, der mit Freunden stets nur Privates ausgetauscht haben will, erkennt jetzt selbst eine "schiefe Optik". Die wird auch genährt, weil er in vielen Fällen Beruf und Privates offensichtlich vermengt hat. Etwa, als er sich vom später ins Zwielicht geratenen Bankier Julius Meinl, bei dem er später anheuerte und umstrittene Millionen kassierte, auf eine Yacht einladen ließ. Grasser deklarierte das als pure Privatsache. Oder bei Eröffnungen von Hilfiger-Läden, was dem Minister mit Gratisanzügen gedankt wurde.
(Quelle: "Kleine Zeitung")
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langsam zieht sich der
ginger bell vor 2 Jahre 33 Wochen 1 Tag 23 Stunden
langsam zieht sich der strick enger um den hals - warum hat pilz seinerzeit so früh aufgegeben?