Buwog: Staatsanwalt vermutet Verkauf von Insiderinfos - Auszüge aus dem geheimen Strafakt! Format.at
Der heimliche Tippgeber von Walter Meischberger wird im Finanzministerium vermutet. Das und brandneue Strafanzeigen in der Politaffäre stehen im Zentrum der gerichtlichen Ermittlungen.
Im „Gelben Salon“ ist es passiert. In der Beletage des früheren Winterpalais von Prinz Eugen von Savoyen hielt Anfang Juni 2004 ein gewisser Karl-Heinz Grasser Hof. Der jüngste Finanzminister in der Geschichte der Zweiten Republik hatte seine damals engsten Berater um sich geschart. Der Grund: Es ging um den Verkauf von rund 60.000 Bundeswohnungen – besser bekannt als der Buwog-Deal. Kurze Rückblende: Am 4. Juni 2004 hatten die beiden Finalisten, CA Immo AG und das von der Immofinanz angeführte „Österreich“-Konsortium, ihre Angebote abgegeben. Wenige Tage danach wurde besagtes Treffen im Finanzministerium arrangiert, wo Grasser, sein Kabinett und hohe Finanzbeamte alle Infos über den aktuellen Stand des Verkaufsprozesses erfahren sollten.
Der Goldtipp aus dem Gelben Salon
Das Brisante an dem Meeting: Den Gästen im „Gelben Salon“ wurde eine Information mitgeteilt, die zwei Wochen später möglicherweise spielentscheidend war. Ein damals Anwesender erinnert sich gegenüber FORMAT: „Im Angebot der CA Immo fand sich der Hinweis auf eine Finanzierungsgarantie der Bank Austria über 960 Millionen Euro.“ Damit war klar, dass die CA Immo ein Angebotslimit hatte – für die Konkurrenz ein wertvoller Tipp. Was wenig später in der „Last & Final Offer“-Runde geschah, war auffällig: Während die CA Immo um 34,4 auf rund 960 Millionen erhöhte, legte die Immofinanz-Gruppe stolze 124 Millionen drauf und ging mit 961,28 Millionen Euro Kaufpreis als Sieger hervor. Was diese radikale Preiserhöhung bewirkt hatte, blieb bis vor kurzem ein Mysterium. Dass der Zund aus dem „Gelben Salon“ kam, ist nicht unplausibel. Denn für eine heiße Information rund um den Buwog-Deal zehn Millionen Euro an die Grasser-Vertrauten Walter Meischberger und Peter Hochegger bezahlt zu haben, hat Ex-Immofinanz-Chef Karl Petrikovics bereits bestätigt.
Amtsmissbrauch und Geheimnisverrat
Für die gerichtliche Aufarbeitung der Buwog-Affäre ist der Salon-Tipp eine brisante Information. Unter der Aktenzahl 611 St 5/09g führt Staatsanwalt Norbert Haslhofer seit zwei Wochen Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Untreue. Im Zentrum stehen Hochegger, Meischberger und Petrikovics – für sie gilt die Unschuldsvermutung. Daneben wird gegen unbekannte Täter ermittelt, die durch die Weitergabe von Interna Amtsmissbrauch oder Geheimnisverrat begangen haben.
Wesentliche Teile aus dem geheimen Strafakt, der Einvernahmeprotokolle, Hausdurchsuchungsbeschlüsse und neue Sachverhaltsdarstellungen enthält, liegen FORMAT nun exklusiv vor. Die Dokumente liefern nicht nur ein erschreckendes Bild der handelnden Personen beim Buwog-Verkauf, sondern decken neue Lobbying-Geschäfte von Meischberger und Co auf, die ebenfalls am Fiskus vorbeigeschummelt wurden.
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Bin gespannt, ob sich
GinGen vor 2 Jahre 33 Wochen 3 Tagen 12 Stunden
Bin gespannt, ob sich Grasser da rauswinden kann. Ob andere die Schuld (gegen Geld) auf sich nehmen?