"The Big Bang Theory": Nerds sind auch nur Menschen
Die Sitcom "The Big Bang Theory" erhebt das Nerd-Sein zur Subkultur - und hat doch kaum mehr als die üblichen Ressentiments für sie übrig.
Es könnte so schön sein: "The Big Bang Theory" - konzipiert von Chuck Lorre und überhaupt mit einem guten Teil des "Roseanne"-Casts besetzt - setzt Spezialwissen voraus: "This is where I kick back and relax with a couple of beers", sagt einer der Protagonisten zur hübschen neuen Nachbarin Penny, und zeigt ihr währenddessen seine liebste "World of Warcraft"-Taverne. Eine Gesellschaft voller Computer- und Videospieler, Angehörige der "Generation Internet" vielleicht, sicher aber eingefleischte Naturwissenschaftler: Whiteboards voller mathematischer und physikalischer Formeln schmücken die Sets der Serie, und überhaupt sind Mathe, Chemie, Biologie und eben ganz viel theoretische und Quantenphysik die hauptsächlichen Gesprächsthemen.
Mit XKCD gibt es einen Webcomic, der meisterhaft vormacht, woran sich "The Big Bang Theory" versucht. Er nutzt mit seinem subkulturellen Humor dieses Spezialwissen, was eigentlich einen Großteil des möglichen Publikums ausschließen sollte, und bricht genau diesen Vorteil ironisch durch wiederholte Konfrontationen mit einer unwissenden Außenwelt, aus der die Subkultur aber schließlich als absurder Sieger hervorgeht. Der Nerd als elitär-eigenbrötlerischer Held, zwar vorerst nur seiner eigenen Welt, aber eben immer auch in den Durchschnitt überlappend.
Gleich in der ersten Folge von "The Big Bang Theory" erzählt Sheldon - der überzeichnetste der Charaktere - von einem physikalischen Paradox, und auf das "what's your point?" seines Mitbewohners Leonard meint er trocken und ernst: "Nothing, I just thought, this would be a good idea for a T-shirt." Später dann, in einer quer durch die Serie unzählig wiederholten und natürlich immergleichen Pointe, spricht er mit der ungebildeten (aber natürlich herzensguten) Nachbarin und bedient sich dabei eines exaltierten Fachvokabulars, das sie nur mit einem verständnislosen und meist sarkastischem Kommentar quittiert.
Zur Quelle »Top 7 Tage
- 25 Die Wachhunde der Machtelite: Noam Chomskys Kritik der Intellektuellen
- 24 Martin Grafs Geschäfte - ORF Report
- 21 Die Unberührbaren
- 21 Europa spielt mit dem Feuer
- 20 U-Ausschuss: Wo woar Meischis Leistung?
- 18 Einsatz für Abschaffung EU-Richtlinie Vorratsdatenspeicherung
- 18 Anonymous greift US-Justizministerium an
Best upcoming scoops - Kultur
- 2Vorarlberger Bloghaus: Vierundzwanzig Frühlingsgedichte - free mp3
- 2Vorarlberger Bloghaus: TYPOGRAPHIE - Typolexikon.de
- 1Vorarlberger Bloghaus: [text4tube:::] Jolie Holland
- 1Vorarlberger Bloghaus: Kostenloser Download / Leitfaden: Evaluieren in der Kultur
- 1Vorarlberger Bloghaus: Musik-Plattform führt Jugendliche zusammen
- 1Vorarlberger Bloghaus: [text4tube:::] Susan Bauer: von der Khupe zum KlezKamp













