Missbrauchs- und Misshandlungsvorwürfe bei den Wiener Sängerknaben
Zwei ehemalige Sängerknaben berichten, dass sie in den 60er- und den 80er-Jahren, während ihrer jeweilgen Zeit im Chor, sexuellen Übergriffen sowie Quälereien durch einen Kapellmeister, Erzieher ("Präfekten") und ältere Schüler ausgesetzt waren und persönlich Zeugen solcher Vorfälle gewesen zu sein.
Einer, heute 33, Orthopäde und Chirurg in Berlin, von 1985 bis 1987 beim Bruckner-Chor, berichtet von Duschritualen unter Anwesenheit der Präfekten, die nackten Schülern laut Tipps gaben, sich die Genitalien zu waschen. Von einem älteren Schüler sei er als 9-Jähriger während einer US-Tournee aufs Zimmer genommen worden, dort sei er u.a. zu oralem Sex gezwungen worden.
Der zweite, heute 51 Jahre alt, Psychologe, in München lebend, von 1966 bis 1970 im Haydn-Chor, berichtet u.a., dass ihn ein Kapellmeister im Bus auf einer Deuschlandtournee eine Stunde lang die Hand auf den Oberschenkel gelegt habe. Auf einer US-Tournee habe ein Präfekt einem Schüler im Bus, der nichts essen wollte, mit Gewalt den Mund aufgerissen und Essen hineingestopft.
Beide erinnern sich an eine "Terror- und Angstathmosphäre", an extrem dispziplinierende und autoritäre Strukturen. Alle hätten es gewusst, alle hätten - auch wegen des politischen Einflusses der Ex-Sängerknaben - nichts gesagt. Der heute 33-jährige fordert "Aufklärung und Wiedergutmachung", etwa indem Psychotherapien bezahlt würden.
(mehr auf: http://derstandard.at/1267743803511/Opfer-klagen-an-Missbrauchs--und-Mis...)
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