[Free mp3] Kanadische Inuit Songs
Inuit, im Singular Inuk, ist der Name, den sich dieser Teil der indigenen Völker Kanadas selber gab und bedeutet in ihrer Sprache Inuktitut "Menschen". Die Bezeichnung Eskimo ist eine fremdbstimmte.
Throatsinging. Die charakteristischen Elemente der Inuit-Musikkultur sind der Kehlgesang (Throat singing) und die Rahmentrommel. Sie kommt in vielen verschiedenen (größeren und kleineren) Formen vor. Doch sie wird immer mit einem Schlägel gespielt; doch nicht der Schlägel wird gegen das Trommelfell geschlagen, sondern man schlägt mit dem Rahmen der Trommel auf den Schlägel. Das Fell der Trommel wird vom Schlägel meist nicht berührt.
Trommel. Die Rahmentrommel ist von großer Bedeutung bei den sonst bei keinem Volk der Erde mehr üblichen Liederwettstreiten. Die Vortragenden kämpfen um den Sieg durch Präsentation ihrer Lieder. Den Sieg trägt nicht der davon, der etwa durch Texte die besseren ethischen Werte repräsentiert, sondern derjenige, welcher durch sein musikalisches Können die anderen übertrumpft. Dazu zählen einerseits ein ästhetischer Aspekt; andererseits auch Tugenden wie körperliche Stärke und Kraft, da das lange Spiel der Rahmentrommel sehr mühsam ist. Die Wettkämpfe stehen oft in Zusammenhang mit rituellen Festlichkeiten. Dazu werden eigens Festiglus errichtet.
Kehlkopfgesänge waren typisch für die Inuitgruppen in der zentralen Arktis (Netsilik, Igloolik, Karibueskimo) und in der östlichen Arktis (südliches Baffinland, Labrador, nördliches Quebec). Ausserhalb des Inuitgebietes findet man bei einigen Völkern Sibiriens (Tuva, Mongolen, Kasachen, Yukagiren) sowie bei den tibetanischen Mönchen und den Ainu, der Urbevölkerung Japans, eine ähnliche Virtuosität des Kehlkopfes.
Oft wird der Liedvortrag durch einen Tanz ergänzt. In Grönland werden tendenziell kleinere Trommeln verwendet als in Alaska. Der kehlige Gesang ist einstimmig, oft responsorisch, d.h.die Gruppe antwortet einem Vorsänger und ist charakterisiert durch einen absteigenden Melodieduktus. Die Songs sind eher ein Spiel, bei dem die Geräusche mit dem Kehlkopf gebildet werden, als ein Gesang im europäischen Sinne. Die Laute entstehen beim Ein- und Ausatmen im Kehlkopf und die Frauen benötigen eine starke Lunge, da sie während des Vortrages nicht zum Atmen kommen.In der Regel wurden die Songs von zwei Frauen, seltener auch allein oder zu mehreren gesungen. Manchmal wurde das Kehlkopfspiel auch durch Mimik und Gebärden unterstützt. Beim Paarsang stehen sich die Sängerinnen ganz nah gegenüber und singen sich abwechselnd an. Ein Kehlkopfduett endete, wenn eine der beiden Frauen physische, psychologische, kreative oder musikalische Erschöpfung signalisierte und aufgab – weil sie beispielsweise außer Atem geriet, unfähig wurde das Tempo mitzuhalten oder ein neues Motiv zu initiieren.
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