Computer als Gefahr für Leib und Leben!
Aufstand der Maschinen? Eine amerikanische Studie hat ermittelt, dass nicht Viren und abstürzende Software wirklich gefährlich sind, sondern die Hardware selbst.
Dass Computer irgendwie gefährlich sind, wissen wir ja längst aus populären Wissenschaftssendungen wie Akte 00, Brisant, Report und ähnlichen. Bisher hatten die Forscher allerdings vor allem die Gefahren der Computer-Anwendung im Blick: fiese Computerspiele, die unsere Kinder süchtig machen und künftige Massenmörder erziehen, bösartige Viren, die Festplatten fressen, Arnold-Schönberg-Aufnahmen in Florian-Silbereisen-MP3s konvertieren und wertvolle digitale Familienfotos verfälschen, indem sie die Motive künstlich altern und verfetten. Und, nicht zu letzt, natürlich das Übel schlechthin, das I-N-T-E-R-N-E-T (ja, wir wagen es noch, SEINEN Namen auszusprechen), vor dessen fiesesten Schmuddelecken es die Bürger dieses Landes zu schützen gilt.
Dabei haben die Forscher und die investigativen Journalisten aber offenbar den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Die Hardware selbst ist es, die uns nach Leib und Leben trachtet. Wie das in Zukunft aussehen könnte, verfolgen Kinofans ja derzeit in der vierten Terminator-Auflage. Die Gegenwart schaut profaner aus. Trotzdem lauert die Gefahr jederzeit und überall. Man muss einen Rechner nämlich nicht mal anschalten, damit er sein volles Gefahrenpotenzial entfalten kann. Nein, damit sind nicht die auch im ausgeschalteten Zustand rechnenden Quantencomputer gemeint ([local] Fleißig sein beim Nichtstun) – es geht um grundlegende physikalische Eigenschaften der Computer. Um ihre Masse, ihre kantigen Formen und nicht zuletzt um die vielen physischen Fühler, die sie in unsere Welt ausstrecken, auf der Suche nach elektrischer Energie, die sie nur gar zu gern aus den Wandwarzen unserer Häuser saugen.
Während man bisher nur untersucht hat, wie sich der dauernde Umgang mit Rechnern auf unser Wohlbefinden auswirkt – Mausarm, flimmernde Monitore, schmerzende Rücken, um nur ein paar Stichworte zu nennen – haben amerikanische Forscher vom Center for Injury Research and Policy des Nationwide Children's Hospital nun gezählt, wie oft in den vergangenen Jahren Computer in Unfälle verwickelt waren. Die Ergebnisse veröffentlicht die aktuelle Ausgabe des [extern] American Journal of Preventive Medicine. Dass dabei nur steigende Zahlen herauskommen können, ist klar, denn im betrachteten Zeitraum zwischen 1994 und 2006 ist die Anzahl der Rechner in den USA um 309 Prozent gestiegen. Allerdings stieg die Häufigkeit von Unfällen mit Computerbeteiligung in derselben Zeit um 732 Prozent! Dabei erfassten die Wissenschaftler nur solche Fälle, die in einer Notaufnahme behandelt werden mussten.
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